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Wien: Weg mit der Platzkartenverordnung und Schikanen für StraßenmusikerInnen!

 

 

Musicians are not commodities

Bild: Pol Cornelis

Musikerin Laura Comrats schreibt aus Österreich.

Straßenmusik ist ein wichtiger Weg v.a. für junge MusikerInnen um vor Publikum Praxis zu sammeln. Es ist auch einer der Wege wie sie etwas Geld verdienen können. Straßenmusik belebt die Innenstädte und schafft eine positive Umgebung. In Wien ist sie allerdings mittlerweile eine sehr bürokratische Angelegenheit.

2012 hat die rotgrüne Koalition in Wien eine Platzkartenverordnung eingeführt, nach der man nur noch an bestimmten Plätzen spielen darf. Dafür muss man sich jeweils für eine Platzkarte anmelden und an bestimmten Plätzen auch dafür zahlen. Das ist eine große bürokratische Hürde, und MusikerInnen sind damit alles andere als glücklich.

So sollte es nämlich nicht sein. MusikerInnen müssen bereits in manchen Lokalen dafür bezahlen, dass sie spielen dürfen (Raummiete, Techniker etc) und sie sollten nicht auch noch auf der Straße dafür zahlen müssen.

Ich selbst habe meine ersten musikalischen Schritte vor Publikum vor mehr als 15 Jahren auf der Straße gemacht – bevor ich in Lokalen aufgetreten bin. Durch die Platzkartenverordnung werden jungen MusikerInnen nun unnötig Hindernisse in den Weg gelegt. Man muss sich lange vorher anmelden und dann hoffen, dass einem ein guter Platz zugeteilt wird.

Ein Argument für die Gesetzgebung war Leute daran zu hindern, dass sie zu lange einen Platz beanspruchen und andere nicht zum Zug kommen. Da ist zwar etwas dran, aber KünstlerInnen die nicht professionell Straßenmusik machen haben es sicher schwerer die bürokratischen Hindernisse zu überwinden. Wenn schon, dann sollten die MusikerInnen und die Gemeinde das selbst organisieren. Es sollte nicht top-down vom Staat organisiert sein.

Wien sieht sich selbst als Stadt der Musik. Diese Regelung ist aber ein Hindernis um das kreative Potential zu verwirklichen. Wir müssen uns organisieren und mit lokalen und gewerkschaftlichen Initiativen vernetzen um eine Kampagne für die freie Ausübung von Musik im öffentlichen Raum ohne bürokratische Beschränkungen aufzubauen.

Eine Idee könnte sein, ein Play-In oder eine Gitarrendemo zu organisieren – es gibt viele kreative Möglichkeiten um gegen die Verordnung zu protestieren. Kontaktiert uns um einen Kampf zu organisieren: info@badartworld.net!

Schluss mit der Platzkartenverordnung! Für die freie Ausübung von Musik im öffentlichen Raum!

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